Lehrveranstaltungen

Wintersemester 2019/20

 

Vorlesung

Sozial- und Alltagsgeschichte des frühen Christentums

(Prof. Dr. Heike Grieser, Dipl.-Theol. Katharina Pultar M.A.)

(3-stündig)

Beginn: Mi, 16. Oktober 2019, 12.15-13.45 Uhr, HS 15 /

Fr, 18. Oktober 2019, 09.15-10.00 Uhr, HS 15

Voraussetzungen / Organisatorisches:
Modul 11 (M.Ed.): Vertiefung Exegese / Biblische Theologie und Kirchengeschichte
Modul 20 (M.Ed.): Nicht-künstlerisches Beifach I
Modul 9 (Mag.Theol.): Wege christlichen Denkens und Lebens
Modul B5a (Beifach Theologie): Vertiefung und Reflexion einer theologischen Fragestellung

Die Vorlesung ist so konzipiert, dass sie als zweistündige Veranstaltung (für den Studiengang Magister Theologiae) und als dreistündige Veranstaltung (für den Studiengang Lehramtsbezogener Master) belegt werden kann.

Inhalt:
Die frühen christlichen Quellen vermitteln ein facettenreiches Bild vom Alltagsleben der Christen und seinen konkreten Herausforderungen. Dies soll exemplarisch und mit Hilfe der Lektüre einschlägiger Texte veranschaulicht werden. So ist die These vom Christentum als Unterschichtenreligion kritisch zu hinterfragen und die Zusammensetzung der ersten Gemeinden zu beleuchten. Wie stellten sich Christen theoretisch und praktisch zu Armut, Not und Krankheit? Welche Rolle spielten Frauen in den christlichen Gemeinden und wie positionierte man sich z.B. gegenüber der Institution der Sklaverei? Wie lebte man in einem pagan geprägten Umfeld, das mitunter Anpassung, aber auch Distanzierung erforderlich machte?

Empfohlene Literatur:
Als einführende Literatur ist geeignet: Richard Horsley (Hg.), Die ersten Christen (= Sozialgeschichte des Christentums 1), Gütersloh 2007; Virginia Burrus (Hg.), Late ancient Christianity (= A people’s history of Christianity 2), Minneapolis 2005; Hartmut Leppin, Die frühen Christen. Von den Anfängen bis Konstantin, München 2018.

 

Vorlesung

Das Christentum in der Antike

(Prof. Dr. Heike Grieser)

(2-stündig)

Beginn: Do, 17. Oktober 2019, 12:15-13:45, HS 15

Voraussetzungen / Organisatorisches:
Modul 7 (B.Ed.): Wege und Entwürfe biblischen und christlichen Lebens und Denkens
Modul 2 (Mag.Theol.): Einführung in die Theologie aus historischer Sicht
Modul B2 (Beifach Theologie): Einführung in die Theologie aus historischer Sicht
Wahlpflichtmodul Variante G (Kunstgeschichte): Kirchengeschichte für Kunsthistoriker/innen

Inhalt:
Die Vorlesung richtet sich als einführende Überblicksveranstaltung vor allem an Studienanfänger und Studienanfängerinnen. Vorgestellt werden zentrale Themen der frühen Kirchen- und Theologiegeschichte wie Mission und Ausbreitung des Urchristentums, Christen in römischem Staat und paganer Gesellschaft, Entwicklung gemeindlicher und kirchlicher Strukturen sowie die erste Klärung theologischer Fragen.

Empfohlene Literatur:
Literatur wird jeweils passend zu den Themenkomplexen bekannt gegeben. Als allgemeine Einführung eignen sich: Franz Dünzl, Fremd in dieser Welt? Das frühe Christentum zwischen Weltdistanz und Weltverantwortung, Freiburg u.a. 2015; Franz Xaver Bischof u.a., Einführung in die Geschichte des Christentums, Freiburg u.a. 2012 (Nachdruck: 2014; Ebook: 2016);  Bernd Moeller u.a. (Hgg.), Ökumenische Kirchengeschichte 1: Von den Anfängen bis zum Mittelalter, Darmstadt 2006.

 

Vorlesung

Die Konzilien in der Spätantike

(Prof. Dr. Heike Grieser)

(1-stündig)

Beginn: Di, 15. Oktober 2019, 09.15-10.00 Uhr, R 01-546

Voraussetzungen / Organisatorisches:
Modul 8 (Mag.Theol.): Jesus Christus und die Gottesherrschaft

Die Vorlesung beruht wesentlich auf der Lektüre einschlägiger Quellen, die jeweils zur Verfügung gestellt werden und vorbereitend zu lesen sind.

Inhalt:
Das frühchristliche Synodenwesen beginnt in der zweiten Hälfte des zweiten Jahrhunderts; erste Themen stellen die Klärung eines verbindlichen Osterfesttermins und der Umgang mit dem Montanismus dar. Spätere Synoden spiegeln mit ihren Debatten weiterhin die dringlichen Fragen der christlichen Gemeinden und ihrer Bischöfe wider. Das Konzil von Nizäa (325) eröffnet schließlich die Reihe der heute insgesamt 21 Ökumenischen Konzilien. Dabei schaffen die ersten vier Konzilien, die sich insbesondere mit trinitarischen und christologischen Fragen befassen, zentrale Fundamente der christlichen Theologie. Die Vorlesung zeichnet wichtige Etappen dieser Prozesse nach.

Empfohlene Literatur:
Als allgemeine Einführung eignen sich: Franz Dünzl, Geschichte des christologischen Dogmas in der Alten Kirche, Freiburg i. Br. 2019; Klaus Schatz, Allgemeine Konzilien – Brennpunkte der Kirchengeschichte, Paderborn u.a. ²2008; Giuseppe Alberigo (Hg.), Geschichte der Konzilien. Vom Nicaenum bis zum Vaticanum II, Düsseldorf 1993.

 

Seminar

„Nicht mehr Sklave, sondern geliebter Bruder“?

Sklaverei im Neuen Testament und im frühen Christentum

(Prof. Dr. Heike Grieser; Prof. Dr. Konrad Huber)

(2-stündig)

Beginn: Do, 17. Oktober 2019, 16.15-17.45 Uhr, R 01-624

Voraussetzungen / Organisatorisches:
Modul 11 (M.Ed.): Vertiefung Exegese / Biblische Theologie und Kirchengeschichte
Modul 15a; 23a; 23b (Mag.Theol.): Schwerpunktstudium / Berufsorientierung
Modul B5b (Beifach Theologie): Vertiefung und Reflexion einer theologischen Fragestellung
Modul B9 (Beifach Theologie): Vertiefung AKG und MNKG

Inhalt:
So selbstverständlich, wie Sklavinnen und Sklaven im frühen Christentum Aufnahme in die christliche Gemeinschaft fanden und den urchristlichen Gemeinden zugehörten, so disparat ist das Bild, das bereits die neutestamentlichen Schriften und in ihrem Gefolge dann auch spätere frühchristliche Quellen in der Frage zeichnen, ob und wie sich ihre Zugehörigkeit zur Gemeinde im alltäglichen Leben insbesondere etwa hinsichtlich ihres sozialen Status’ und des Umgangs mit ihnen auswirkt. Neutestamentlich stehen Gleichheitsaussagen wie Gal 3,28 und 1 Kor 12,13 neben der Forderung zur Unterordnung in den Haustafeln des Kolosser- oder des Epheserbriefes, der „Praxisfall“ des Sklaven Onesimus im Philemonbrief neben dem in seiner Bedeutung heftig umstrittenen allgemeinen Ratschlag des Paulus in 1 Kor 7,21. Nicht zu vernachlässigen ist zudem die christologisch überhöhte, positive Bewertung von Sklavenrolle und Statusverzicht gerade auch im Rahmen des das christliche Selbstverständnis prägenden Gebrauchs entsprechend metaphorisch verstandener Begrifflichkeit. Umso mehr interessiert, wie sich die im antiken Kontext kaum hinterfragte Realität der Sklaverei im frühchristlichen Schrifttum niederschlägt und welche Rolle dabei die neutestamentlichen Texte spielen: Theologen, Bischöfe und Laienchristen, Kirchenordnungen, Synoden, Vertreter des Mönchtums oder Hagiographen entwickeln und vertreten in der Folgezeit eine äußerst facettenreiche Haltung zur Sklaverei. Ziele des interdisziplinären Seminars sind ein Kennenlernen einschlägiger neutestamentlicher und frühchristlicher Texte zu Sklaverei sowie die Analyse von Ausmaß und Diversität des argumentativen Rekurses auf das biblische Zeugnis.

Empfohlene Literatur:
Jennifer A. Glancy, Slavery in Early Christianity, New York u.a. 2002.
Handwörterbuch der antiken Sklaverei 1-3, hg. v. Heinz Heinen u.a. (Forschungen zur antiken Sklaverei, Beiheft 5), Stuttgart 2017, darin verschiedene Artikel zu Christentum und Theologie.
Elisabeth Herrmann-Otto, Sklaverei und Freilassung in der griechisch-römischen Welt (Studienbücher Antike 15), Hildesheim u.a. ²2017.

 

Proseminar

Epochen der Kirchengeschichte: Einführung in die historische Theologie (Gruppe A)

(Dipl.-Theol. Katharina Pultar M.A.)

(2-stündig)

Beginn: Mi, 16. Oktober 2019, 12.15-13.45 Uhr, R 01-624

Voraussetzungen / Organisatorisches:
Modul 1 (B.Ed.): Einführungs- und Grundlagenmodul
Modul 2 (Mag.Theol.): Einführung in die Theologie aus historischer Sicht
Modul B2 (Beifach Theologie): Einführung in die Theologie aus historischer Sicht

Wahlpflichtmodul Variante G (Kunstgeschichte): Kirchengeschichte für Kunsthistoriker/innen

Inhalt:
Zielsetzung des Proseminars ist es, den Studierenden der Theologie für die Fächer Alte Kirchengeschichte und Patrologie sowie Mittlere und Neuere Kirchengeschichte und Religiöse Volkskunde ein Überblickswissen über zentrale Ereignisse, Entwicklungen und Strukturen der Christentumsgeschichte zu vermitteln. Zugleich sollen grundlegende Fertigkeiten wie Quellenfindung und -interpretation sowie die Literaturrecherche eingeübt werden. Ebenso werden Einblicke in die historischen Hilfswissenschaften und in allgemeine methodische Vorgehensweisen gegeben. Dies alles geschieht anhand eines alle Seminarsitzungen übergreifenden Oberthemas.

In der „Gruppe A“ liegt der Schwerpunkt des Proseminares auf dem Fach Alte Kirchengeschichte und Patrologie, in der "Gruppe B" auf dem Fach Mittlere und Neuere Kirchengeschichte.

Empfohlene Literatur:
Literatur wird in der Veranstaltung bekannt gegeben.

Zur allgemeinen Einführung in die Methodik der (Alten) Kirchengeschichte eignen sich: Christoph Markschies, Arbeitsbuch Kirchengeschichte, Tübingen 1995; Andreas Weckwerth, Leitfaden Studium Alte Kirchengeschichte. Praktische Einführung in den Umgang mit spätantiken kirchenhistorischen Quellen, Bonn/Mainz 2015 (online frei verfügbar).

 

Kolloquium

Forschungskolloquium des GRK 2304

Byzanz und die euromediterranen Kriegskulturen

(Prof. Dr. Johannes Pahlitzsch; Prof. Dr. Heike Grieser u.a.)

(1-stündig)

Voraussetzungen / Organisatorisches:
Zeit und Ort: jeweils Mi, 18.15-19.45 Uhr

Der Veranstaltungsort und die einzelnen Themen werden noch bekannt gegeben.

  

Kolloquium

Aktuelle Fragen der Kirchengeschichte

(Prof. Dr. Heike Grieser)

(2-stündig)

Voraussetzungen / Organisatorisches:
Zeit und Ort: n.V.

Erstes Treffen zur Terminabsprache: Di, 15. Oktober 2019, 12.00 Uhr, Raum 02-226 (Büro Grieser, Taubertsberg)

Inhalt:
Die Veranstaltung bietet allen Interessierten die Möglichkeit, sich mit aktuellen Fragen der Kirchen- und Theologiegeschichte des Altertums zu beschäftigen und sich über neue Forschungsansätze, Ausstellungen, Textfunde, Ausgrabungen etc. auszutauschen.

Wer die Anfertigung einer wissenschaftlichen Arbeit plant, kann durch die Vorstellung seines Projekts Anregungen und Hilfestellungen durch die Diskussion in einer größeren Gruppe erhalten.